Branchenneuheiten

Wir haben für die Branche immer wieder neue Maßstäbe gesetzt, etwa durch:
 
Die erste elektro-akustische „Impedanzbrücke“
Das erste kommerziell verfübgare EP-Gerät
Den ersten Luftkalorisator
Das erste Computer-kompatible Audiometer
Das erste System zur Echtohrmessung (REM)
Das erste computergestützte System für Elektro-Nystragmographie (ENG)
Das erste integrierte Anpasssystem mit Audiometrie, REM und HIT
Das erste marktübergreifende Audiometer



Alles begann mit Poul Madsen. Vor über 50 Jahren setzte der Elektroniker seine brillianten Ideen mit großem Weitblick um und gründete eine kleine Firma für die Entwicklung und Produktion von Audiometern. Wenn er wüsste, was aus seinem kleinen Betrieb geworden ist, wäre er sicher erstaunt: aus ihm entstand ein Konzern mit Umsätzen in mehrfacher Millionenhöhe und einer der weltweit führenden Entwickler und Hersteller von computergestützten Geräten für audiologische, otoneurologische und vestibuläre Messungen. Wie Madsen Electronics bestand jedes der inzwischen beteiligten Unternehmen zu Beginn aus nur einer Person, die einen Beitrag zur Verbesserung der medizinischen Versorgung im Hör- und Gleichgewichtsbereich leisten wollte. Ihre Leidenschaft und Hingabe machte aus Ideen Lösungen und hat auch heute noch einen wesentlichen Einfluss auf das tägliche Leben der Patienten.
 
Die Geschichten hinter den Namen sind das Erbe der Otometrics-Familie. Es sind Geschichten, die uns an unsere Gemeinsamkeiten erinnern – eine verbindende Geschichte, eine Zielstrebigkeit und ein allseitiges Engagement für das, was Poul Madsen „der Welt besseres Hören schenken“ nannte.
 
Die 1950er: Die Anfänge
 
Wegweisende Gesetzgebung in Dänemark
Für die Geschichte von GN Otometrics müssen wir in die 1950er Jahre zurückgehen, als eine bahnbrechende Gesetzesinitative vom dänischen Parlament verabschiedet wurde: Hörtests und Hörhilfen sollten für alle kostenlos verfügbar werden. „Hörschäden“, so der Gesetztestext, „müssen als Behinderung betrachtet werden, die dem Verlust einer Extremität oder ähnlichen Beeinträchtigungen gleichzusetzen ist.“ In Kopenhagen, Aarhus und Odense wurden drei regionale Hörzentren eingerichtet.
 
Diese weitreichende Gesetzgebung eröffnete nicht nur neue Möglichkeiten für den Ausgleich von Hörverlusten, sondern förderte auch die Produktions- und Forschungsaktivitäten im Bereich der Gesundheitsversorgung bei Hörproblemen.
Bereits zu dieser Zeit wurden von dänischen Ärzten und Wissenschaftlern Pionierarbeit in der Audiologie und Otologie durchgeführt. Zu ihnen gehörte Dr. Otto Metz, der die ersten Mittelohrmessungen mit einer mechanischen Impedanzbrücke durchführte, die er selbst entwickelt hatte.
 
Poul Madsen gründet sein Unternehmen in Odense
Ende der 1950er Jahre erwarb Poul Madsen nach seiner Tätigkeit für Bang & Olufsen ein kleines Radiogeschäft in Odense. Einer der renommiertesten dänischen Pioniere auf dem Gebiet der Audiologie, Dr. Ole Bentzen, überzeugte Madsen später, Audiometer für das Hörzentrum zu entwickeln und zu produzieren, das er gerade in Odense einrichtete. Dies war der Moment, in dem Madsen den Grundstein für das multi-nationale Unternehmen legte,das heutige GN Otometrics. 1955 gründete er in Odense sein erstes Unternehmen, Amplex, und benannte sein erstes Gerät nach Ole Bentzen: das OB 1.
Die 1960er: Dänische Innovation in der Impedanzmessung findet weltweit Verbreitung
 
Madsen verkauft Amplex und zieht nach Kopenhagen
Auf Grundlage der Arbeiten von Dr. Metz hatten Dr. K. Terkildsen vom Universitätsklinikum Kopenhagen (Rigshospitalet) und Ingenieur Knud Scott-Nielsen Versuche mit Impedanzmessungen des Mittelohrs durchgeführt.
 
Um 1960 benötigten sie Unterstützung, um ihre Zeichnungen in ein funktionierendes Gerät umzusetzen. Dazu wandten sie sich an Poul Madsen. Da diese Zusammenarbeit ihm die Möglichkeit eines Umzugs nach Kopenhagen eröffnete, verkaufte Madsen sein Unternehmen Amplex an die Familie Krogsø (die den Firmennamen in Kamplex änderte, woraus später wiederum Danplex wurde) und gründete Madsen Electronics.
 
Das Team verfügte über Fachwissen und zukunftsweisende Visionen. Bereits nach zwei Jahren war die weltweit erste elektro-akustische „Impedanzbrücke“ umgesetzt.
 
Zunehmende Bekanntheit von Impedanzmessungen
In den 1960er Jahren expandierte Madsen Electronics und entwickelte eine komplette Produktpalette tragbarer und stationärer Audiometer und Impedanzbrücken (die Vorläufer unserer heutigen Mittelohr-Analyser).
 
Madsen, Terkildsen und Scott-Nielsen hielten weltweit Seminare zum Thema Impedanzmessungen. Dank der Geschwindigkeit und Genauigkeit, mit denen diese Geräte Störungen des Mittelohrs feststellen konnten, fanden sie rasch Verbreitung in Europa und besonders in den USA.
 
Tatsächlich war das Interesse an der neuen Methode so groß, dass Poul Madsen beschloss, sich dauerhaft jenseits des Atlantik niederzulassen. Ende der 1960er Jahre zog er nach Kanada und gründete dort in Toronto Madsen Electronics, Inc., mit einer Vertriebsniederlassung in Buffalo, NY.
Die 1970er: Weitere neue Unternehmen, weitere neue Geräte
 
Hortmann entwickelt bahnbrechendes Vestibularis-Prüfgerät
1971 entdeckte ein junger Elektroniker namens Günter Hortmann seine zunehmende Faszination für die Funktionen des menschlichen Gleichgewichtssinns. Er gründete die Hortmann KG in Metzingen. Zusammen mit seinem Netzwerk von HNO-Ärzten gelang es ihm, als Alternative zu den damals gebräuchlichen primitiven Frenzel-Linsen Instrumente zur Untersuchung des vestibulären Systems zu entwickeln, die die Blickbewegungen aufzeichneten. Die folgende Einführung des Geräts für Photo-Elektro-Nystagmographie (PENG) gab den Startschuss für eine erfolgreiche Unternehmensgeschichte auf dem Gebiet des menschlichen Gleichgewichtssinns und später der Audiologie.
 
Gründung von Danplex 1972
Als Kamplex die Geschäftstätigkeit 1971 einstellte, erwarb der frühere technische Direktor Jørgen Jensen Produktionsausrüstung und Lagerbestände aus der Unternehmensmasse und gründete Danplex. Die verbliebenen Vermögenswerte wurden durch das neu gegründete Unternehmen Interacoustics unter der Leitung von Per Honoré angekauft.
 
Nach einem Umzug von Assens nach Odense begann Danplex mit der Entwicklung von hochmodernen, tragbaren Audiometern und Impedanzbrücken. Die Impedanzbrücke ZA20 wurde 1973 mit großem Erfolg auf den Markt gebracht. 1976 folgte das erste CMOS-basierte Audiometer, das AS50, das erste speicherbasierte Audiometer mit einer Leuchtmatrix zur einfachen und genauen Eintragung von Schwellenergebnissen.
 
1979 nahmen die Unternehmensfusionen Fahrt auf. Danplex wurde an einen führenden Hörgerätehersteller verkauft, das schweizerische Unternehmen Rexton. Rexton wiederum fusionierte die Firma mit Dana Medica, einem Unternehmen von Gunnar Klansø, dem früheren Vertriebsleiter von Danavox.
 
Während der Firmensitz in Kopenhagen verblieb, wurden die Produktion und die Forschungs- und Entwicklungsabteilung 1981 in Sanderum neu angesiedelt. In diesem Vorort von Odense begann eine neue Ära der Geschäftstätigkeit und Expansion.
 
Zur selben Zeit bei Madsen Electronics ...
Anfang der 1970er Jahre begann Madsen Electronics die Zusammenarbeit mit einem Pionier am Rigshospitalet, Poul Osterhammel. Ziel war die Entwicklung einer neuen, nicht invasiven Methode zur Identifizierung von Gehirntumoren, die evozierte Reaktionsaudiometrie (ERA). Als Osterhammel Unterstützung bei der Konstruktion der Hardware für die Datenerfassung benötigte, wandte er sich an seinen alten Freund und Mentor Poul Madsen. 
Die 1980er: Elektronik und Computersoftware läuten ein neues Zeitalter ein
 
Die ersten Mikroprozessoren
Anfang der 1980er Jahre begannen LED-Anzeigen und Mikroprozessoren ihren Siegeszug in der Hörgerätebranche. Nach und nach konnten so weniger klobige Test- und Hörgeräte entwickelt werden.
 
1981 erwarben zwei Amerikaner, Delmar F. Bloem und Robert M. Simenson, die bahnbrechende Technologie der Elektro-Nystagmographie (ENG) von ihren Entwicklern, Instrumentation and Control Systems, Inc. Da die beiden das Potenzial, das in der nun verfügbaren Technologie steckte, klar erkannten gründeten sie ICS Medical. ICS war sehr innovativ auf dem Gebiet der Untersuchung von Gleichgewichtsstörungen und in Tests mit evozierten Potenzialen, da das Unternehmen sich die Leistungsstärke des Computers zu einem Zeitpunkt zunutze machte, als diese Technologie noch in den Kinderschuhen steckte.
 
Zur gleichen Zeit integrierte Madsen Electronics Mikroprozessoren in das beliebte klinische Audiometer OB 822 und in das Audiometer ERA 2250 zur Messung evozierter Reaktionen.
 
Danplex nutzte die neue Technologie ebenso in der Automation von Audiometrie und Mittelohruntersuchungen. Hortmann begann die Vermarktung von Audiometern und Tympanometern der Firma Danplex in Deutschland. Er engagierte sich nicht nur auf dem vielversprechenden neuen Gebiet der Cochleaimplantate, sondern arbeitete auch zusammen mit der Westend-Klinik der Freien Universität Berlin an der Weiterentwicklung einer Messtechnologie für evozierte Potenziale.
 
Madsen feiert 25-jähriges Bestehen
1985 versammelten sich Poul Madsen und Freunde aus aller Welt in Herlev, um das 25-jährige Bestehen des Unternehmens zu feiern. Zu diesem Zeitpunkt hatten beide Madsen-Unternehmen bereits den technologischen Sprung hin zur Entwicklung von Testsystemen mit Monitoren und Benutzerschnittstellen mit Menüsteuerung vollbracht: Ergebnisse waren das Immitanz-Messgerät ZO 174 und das IGO-HAT 1000 für Messungen des Insertion-Gain. Die zweite Methode – heute besser bekannt als Echtohrmessung (REM, Real Ear Measurement) – diente zur Messung der Hörgeräteleistung am Trommelfell und hat sich seither zum allgemeinen Standard für die Hörhilfenanpassung entwickelt.
 
1985 gewann Steen Rasmussen, der frühere Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung bei Madsen Electronics, das Wettrennen um die Markteinführung des ersten funktionierenden Geräts. Rasmussens neues Unternehmen Rastronics setzte von Mitte bis Ende der 1980er Jahre weltweit große Stückzahlen des CCI-10 um. Er wurde bekannt als „Vater des REM“.
 
Das nächste Wettrennen auf dem Gebiet der ENG
1984 war auch für ICS Medical ein ereignisreiches Jahr, in dem das Unternehmen mit dem ersten kommerziellen computergestützten System für Elektro-Nystagmographie (ENG) Neuland auf dem Gebiet der Gleichgewichtstests betrat.
 
Ebenso kombinierte ICS als erster Anbieter computergesteuerte Tests mittels optischer und kalorischer Reize mit Aufzeichnungs- und Analysesystemen.
 
Ein weiterer Durchbruch – Die Übertragung von Audiogrammen auf PC
Bereits Anfang der 1980er hatte Madsen Electronics die Bedeutung des PCs erkannt. Der OB 822 wurde beispielsweise seit Beginn der Entwicklungsphase 1982 mit einer seriellen Datenschnittstelle konzipiert. Nach einigen Jahren der Zusammenarbeit mit einem italienischen Softwareentwickler gelang 1989 ein entscheidender Durchbruch in der Entwicklung audiologischer Software: In Herlev wurde die Hörschwelle eines Audiogramms vor einem begeisterten Publikum nordamerikanischer Händler zum ersten Mal erfolgreich von einem Audiometer auf einen PC übertragen.
 
1983 änderte Danplex den Firmennamen in Rexton Danplex und begann mit der Herstellung maßgeschneiderter Hörgeräte. Das Unternehmen wurde 1987 von Siemens übernommen und in der Folge damit betraut, eine Schnittstellenbox für die Anpassung digitaler Hörgeräte zu entwickeln, die PMC genannt wurde. 1988 wurden drei neue Immitanz-Messgeräte im eleganten Hightech-Design auf den Markt gebracht. Das hochmoderne Hand-Tymp ermöglichte sogar den Datentransfer zum Drucker per Infrarotschnittstelle.
Die 1990er – Ein Jahrzehnt immer rascheren Wandels
 
GN Danavox gibt die Richtung vor
Im Juni 1990 wurde Madsen Electronics von GN Danavox (GND) übernommen und damit Teil von GN Great Nordic, einer 1869 gegründeten Technologiegruppe mit Sitz in Dänemark.
 
Diese wichtige Entwicklung begründete die Zusammenarbeit eines Hörgeräteherstellers mit einem Hersteller von Messgeräten. Und dies geschah zu genau der Zeit, als sich die weitreichenden Auswirkungen der Computerisierung auf die Hörgerätebranche abzuzeichnen begannen.
 
Rasche Synergien
GND war maßgeblich an der Gründung von HIMSA (Hearing Instrument Manufacturers' Software Association, Softwaregemeinschaft der Hörgerätehersteller) beteiligt, die wiederum mit NOAH eine gemeinsame Software-Plattform für die Programmierung von Hörhilfen entwickelte. Madsen erhielt den Auftrag für die Entwicklung der Hardwareschnittstelle. Auf dem folgenden UHA-Treffen im Oktober 1993 wurde die Schnittstellenbox HI-PRO der Hörgerätebranche erstmals vorgestellt. Dieses kleine Kästchen, das nach den HIMSA-Vorgaben gefertigt wird, wird inzwischen von so gut wie allen Hörgeräteakustikern und Kliniken weltweit verwendet – bislang wurden über 35.000 Geräte verkauft. Zudem wurde der NOAH/HI-PRO-Standard von den meisten Herstellern der Branche übernommen und gibt so die Richtung für digitale Hörgeräte wie auch für die computergestützte Anpassung und Programmierung vor.
 
Erneut Vorreiter der Branche – diesmal in der objektiven Anpassung und Überprüfung von Hörgeräten
Da Madsen und Danavox den Trend hin zur Computerisierung erkannt hatten, arbeitete eine gemeinsame Projektgruppe zwei Jahre lang intensiv an Marktforschung und Produktentwicklung, um dann 1995 das Aurical zu präsentieren. Dieses PC-basierte System wird unter NOAH ausgeführt und vereint Audiometrie mit der Anpassung, Überprüfung und Programmierung von Hörgeräten.
 
Umstrukturierung und Konsolidierung
In den 1990er Jahren setzten sich einige wichtige Trends in der Hörgerätebranche durch, die Schlagworte wie „digital“ und „Konsolidierung“ mit sich brachten. In diesem Zeitraum strukturierte Madsen auch seine Aktivitäten in Nordamerika völlig neu. Das Werk in Toronto wurde geschlossen und die Produktion sowie Forschung und Entwicklung nach Dänemark verlegt. 1992 wurde das Vertriebs- und Kundendienstbüro in den Räumlichkeiten von GN Danavox Inc. in Minneapolis angesiedelt.
 
1991 erhielt Rexton Danplex einen großen Auftrag zur Lieferung von Geräten für Echtohrmessungen von dem US-Unternehmen Starkey und übernahm in der Folge Rastronics. Nach der Expansion ging das Unternehmen dazu über, für Siemens ein PC-basiertes Audiometrie- und Anpasssystem mit der Bezeichnung UNITY und für Starkey ein ähnliches System namens PFS 6000 zu entwickeln. 1997 stellte Danplex die Aktivitäten im Hörgerätebereich ein und konzentrierte sich von nun an ausschließlich auf die Tätigkeit als Erstausrüster (OEM). Im Jahr darauf wurde ein Vertrag mit MedRx über die Herstellung des Otowizard abgeschlossen.
 
Das Wachstum von ICS Medical setzte sich fort. Das Unternehmen brachte CHARTR auf den Markt, ein Windows-basiertes System für Gleichgewichtsuntersuchungen und Tests mit Evozierten Potentialen. 1999 machte die Unternehmensgröße einen Umzug in größere neue Räumlichkeiten in Schaumburg, Illinois, erforderlich.
 
Eine weitere wichtige Entwicklung war der Erwerb eines 50-prozentigen Anteils an Technodata durch GN Danavox im Jahr 1992. Das Softwarehaus war das geistige Kind von Claus Petersen und spezialisiert auf audiologische Software für Krankenhäuser; es erhielt den neuen Namen AuditData. So wurde ein weiterer Schritt hin zur Computerisierung in der Audiologie getan.
 
Auf dem Weg zu neuem Wachstum – ein weiteres Mal
Die Ernennung von Michael Brock zum Präsidenten von Madsen Electronics im Sommer 1997 bedeutete den Beginn einer neuen Ära, und zwar nicht nur für den Unternehmensbereich audiologische Messinstrumente von GND, sondern für die Welt der Hör- und Gleichgewichtstests allgemein. Brock beschloss, der starken Fragmentierung des Marktes für audiologische Messinstrumente etwas entgegenzusetzen. Rationalisierung und Wachstum mussten die Antwort sein.
 
Der Zeitpunkt hätte nicht besser gewählt sein können. Auf dem Markt setzte sich die Computerisierung rasch durch und die Hersteller von Produkten mit PC-Anwendungen waren diejenigen, denen die Anpassung von Hörgeräten zufiel.
 
Da die Umsätze von Aurical und HI-PRO weiter stiegen, war die Ausgangsposition des Unternehmens für einen Expansionskurs ideal. In den folgenden Jahren konnte ein bemerkenswertes organisches Wachstum von rund 18 % jährlich erzielt werden.
 
Aurical: Nicht nur Innovation, sondern Revolution
Aurical stellte nicht einfach nur eine PC-Schnittstelle zur Verfügung  und es gab zahlreiche Kunden, die vor der Verwendung von Tastatur oder Maus zur Ermittlung der Hörschwelle zurückschreckten. Aurical vereinte vier Funktionen in einem Gerät. Zusammen mit einem Notebook konnte es in einem Koffer überallhin mitgenommen werden.
 
Aurical wird zum Goldstandard
Die weltweit größte Kette für den Vertrieb von Hörgeräten war das italienische Unternehmen Amplifon mit Niederlassungen in 11 Ländern. Der Kauf von 1.500 Aurical-Systemen durch Amplifon bereitete den Boden für ein nie dagewesenes Wachstum.
 
Inzwischen sind weltweit über 10.000 Aurical-Systeme im Einsatz und haben so entscheidend dazu beigetragen, den Computer in den Test- und Anpassungsprozess von Hörgeräten am Patienten zu integrieren.
 
Die Entstehung einer Großmacht in der Gesundheitsbranche für Hörhilfen
In den 1990er Jahren setzten sich nicht nur Computer und Software zunehmend durch, sondern auch ein klarer Trend hin zur Konsolidierung in der Gesundheitsbranche für Hörhilfen.
 
1999 machte sich dieser Trend auch direkt bei GND bemerkbar, als das Unternehmen mit ReSound Corp. zu GN ReSound (GNR) fusionierte und damit eine neue Branchengroßmacht begründete. Später im selben Jahr verstärkte sich auch Madsen durch den Erwerb von Danplex und wurde so zum weltweit größten Hersteller audiologischer Messinstrumente. Es hätte keinen besseren Start in das neue Jahrzehnt geben können – oder in das neue Jahrtausend.
Das neue Jahrtausend: Alles wächst zusammen
 
Eine leistungsstarke neue Organisation entsteht: GN Otometrics
Um 2000 war klar geworden, dass die Vision eines größeren und wirkungsvolleren Unternehmens mit organischem Wachstum allein nicht zu realisieren war. Einerseits würden Skaleneffekte allen involvierten Parteien Vorteile bringen, seien es nun Hersteller, Händler oder Kunden; andererseits machten gerade die steigenden Kosten für Softwareentwicklung eine breitere und tiefere Produktlinie erforderlich.
 
Die Integration von Madsen und Danplex in die GN-Gruppe schuf die Grundlage für einen Ausbau der Geschäftstätigkeit im Bereich der audiologischen Messinstrumente. Diese Entwicklung wurde im Jahr 2000 noch verstärkt durch den Erwerb von Hortmann in Deutschland und von ICS Medical in den USA, wodurch Gleichgewichtstests und ABR-Messungen ins Portfolio aufgenommen werden konnten.
 
Das kräftige Wachstum und die Firmenübernahmen führten zur Gründung der Dachgesellschaft GN Otometrics am 1. Januar 2001. Die Integration wurde durch den Umzug in den neuen Firmensitz in der Nähe von GNR in Taastrup (Dänemark) weiter beschleunigt.
 
Stärke durch Integration und Individualität
Im vergangenen Jahrzehnt bezog GN Otometrics seine Stärke daraus, die Erfahrungen und Innovationspotenziale der einzelnen Unternehmen zu kombinieren und gleichzeitig die jeweiligen individuellen Stärken vorteilhaft einzusetzen. Diese Stärken ermöglichten eine Produktpalette, die alle Anwendungen auf den Gebieten der audiologischen und vestibulären Messungen abdeckt. Wir verdanken dieser Entwicklung unsere aktuelle Aufteilung der Anwendungsbereiche in Hörprüfungen, Anpasssysteme und Vestibularis-Diagnostik.
 
Umsetzung einer neuen Arbeitsweise
Der Zusammenschluss brachte Anfang 2002 die ersten greifbaren Ergebnisse, als die Arbeit an einem Großprojekt zur Entwicklung eines neuen Immitanz-Messgeräts mit dem Arbeitstitel „Sophie“ aufgenommen wurde. Für die Umsetzung der ehrgeizigen Gestaltungsziele waren eine neue Arbeitsweise und die Einbeziehung vieler Disziplinen aus der gesamten Organisation erforderlich – in Deutschland und den USA wie auch in Dänemark.
 
Dieses bemerkenswerte Projekt führte zur Entwicklung des OTOflex 100, das 2004 vor der Amerikanischen Akademie für Audiologie (AAA) vorgestellt wurde – ein weiteres Mal wurde Neuland von einem Unternehmen betreten, das damit bereits große Erfahrungen hatte.

Weitergabe des Staffelstabes
Im Sommer 2004 verließ Michael Brock nach sieben Jahren an der Spitze von Otometrics das Unternehmen und wurde Managing Director bei B&K Medical, einem führenden Hersteller von medizinischen Ultraschallgeräten.
Am 1. Oktober 2004 übernahm Soren Holst mit seiner großen Erfahrung im Bereich der Gesundheitsvorsorge des Hörens die Leitung von Otometrics.
 
Die Zukunft
Die Geschichte von GN Otometrics führt die verschiedensten Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie Wissen und Erfahrungen zusammen, die seit über 50 Jahren für Wachstum gesorgt haben. Wir sind eine Familie von Unternehmen, deren Ausgangspunkt jeweils eine Person und eine Idee war, und wir ziehen unsere Stärke aus ihrer Voraussicht und Beharrlichkeit. Und während unser Beitrag zunehmen und unser Erbe noch vielfältiger werden wird, werden wir unser Ziel nie aus den Augen verlieren: innovative, intelligente Lösungen zu entwickeln, die den Menschen das Leben erleichtern.